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  • Louisa

Glutenfrei = Gesund?

Aktualisiert: 1. Feb 2019

Glutenfreie Ernährung macht eigentlich nur Sinn, wenn man unter Zöliakie oder einer Glutensensitivität leidet. Leider glauben immer noch viele Menschen, dass glutenfreie Ernährung besonders gesund ist. Die Antwort lautet: Ja und Nein. Es ist erwiesen, dass eine Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, weissem Fleisch, Nüssen, Samen und gesunden Ölen, dafür arm an Kohlenhydraten wie Zucker, Mehl und Nudeln ist, sehr wohl gut für die Gesundheit ist. Andererseits kann ich aber mein Kind, das im Wachstum sehr viele Nährstoffe benötigt, nicht ohne Kohlenhydrate ernähren. Neben Linsen, Kartoffeln und Hirse ist nunmal Reis eines der am häufigsten verwendeten Zutaten in glutenfreien Produkten. Und der Reis, wie wir leider wissen, ist belastet mit Arsen.



So zeigt eine amerikanische Studie der NHANES (National Health and Nutrition Examination Survey), dass bei Menschen, die sich glutenfrei ernähren, Blut- und Urinproben erhöhte Werte an Arsen, Cadmium, Quecksilber und Blei aufwiesen. Dabei gab es zwischen Personen, die tatsächlich Zöliakie hatten und den Menschen, die sich freiwillig glutenfrei ernährten, kaum Unterschiede. So liegt die Vermutung nahe, dass die Ernährung für die erhöhten Konzentrationen verantwortlich ist. Bei Cadmium ist aber zu berücksichtigen, dass Raucher hier vor allem betroffen sind und das nicht eideutig mit glutenfreier Ernährung in Verbindung gebracht werden kann.

Interessant ist auch, dass der in glutenfreien Produkten verminderte Anteil an Schwefel und Proteinen mit Schuld sein kann an den erhöhten Quecksilber-Werten, da schwefelhaltige Aminosäuren wichtig sind, um Schwermetalle zu binden.


Sehr erstaunt hat mich auch die Tatsache, dass ca. 9 von 10 Probanden gar keine Zöliakie hatten und sich trotzdem glutenfrei ernährten. Soviel zum oben erwähnten Aberglauben der gesunden glutenfreien Diät...

Viele machen das, weil sie der Meinung sind, es ist gesund, andere wiederum fühlen sich durchaus besser. Aus welchem Grund auch immer Menschen Gluten meiden, ich bin froh, dass es diesen Trend gibt, da es heutzutage nicht mehr schwierig ist, glutenfreie Produkte in allen möglichen Varianten zu finden. So muss meine Tochter nicht auf ihre heißgeliebte Pizza verzichten, die sie ab und zu auch voller Freude genießt.

Für gesunde Menschen ist es allerdings besser, nicht auf Gersten-, Dinkel- und Roggenvollkornbrot und (ungezuckerte) Müslis zu verzichten, da sie wertvolle Eiweise, Mineralien und Vitamine enthalten. Als Zöliakiepatient, wenn man Reis wegen seines Arsengehaltes, meiden möchte, muss man sich an die Alternativen wie Hirse, Quinoa und Buchweizen halten.


In Maßen (nicht in Massen) kann man aber glutenfreie Nudeln, Brot und Fertiggerichte, die Reismehl enthalten, bedenkenlos in den Speiseplan aufnehmen, man sollte sich aber auch über den hohen Zucker- und Fettanteil dieser Produkte bewusst sein, und dies mit viel frischem Gemüse und Obst kompensieren.

Essen ohne Freude und Geschmack bringt ja schließlich auch nichts :-)


Wer Interesse hat, kann hier die ganze Studie lesen: https://www.cghjournal.org/article/S1542-3565(17)30186-6/pdf








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