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Mythen und Fakten


Ist Gluten für alle Menschen schlecht?

Nein, Gluten ruft nur bei Menschen, die nachweislich Zöliakie haben, eine Entzündung der Dünndarmschleimhaut hervor. Ebenso sollten Menschen, die an einer Weizenallergie oder -senisitivitiät leiden, auf Gluten weitgehend verzichten. Für alle anderen, bei denen keine solche medizinische Notwendigkeit besteht, ist Gluten nicht schädlich.


Nimmt man mit glutenfreier Ernährung ab?

Nein, außer man verzichtet komplett auf Kohlenhydrate und setzt auf low-carb mit viel Gemüse und Proteinen sowie Sport :-). Glutenverzicht ist zwar für viele eine Modeerscheinung, aber keineswegs als Diät gedacht. Glutenersatzprodukte enthalten sogar mehr Zucker, einfache Kohlenhydrate und weniger Ballaststoffe als Vollkornbrot und sind somit für eine Gewichtsreduktion nicht geeignet.


Sind Zöliakiebetroffene anfälliger für Dünndarmlymphome?

Wird eine Zöliakie über mehrere Jahre bis jahrzehntelang nicht diagnostiziert, ist das Risiko für Lymphome erhöht. Unter glutenfreier Diät erholt sich die Dünndarmschleimhaut aber relativ rasch und das Risiko sinkt. Kleine Diätfehler sind kein Grund für Panik!


Nur in seltenen Fällen (ca. 1,5% aller an Zöliakie Erkrankten) verschwinden die Beschwerden trotz strikter glutenfreier Diät über zwölf Monate nicht oder treten nach anfänglicher Besserung wieder auf. Sind dann auch die mikroskopischen Dünndarmveränderungen immer noch vorhanden, spricht man von einer „refraktären Zöliakie“. Diese muss mit speziellen, ins menschliche Immunsystem eingreifenden Medikamenten behandelt werden. Das Lymphomrisiko ist bei dieser Form deutlich erhöht.*


Bei Kindern, bei denen Zöliakie schon im 2. Lebensjahr oder sehr rasch nach Einsetzen der Beschwerden diagnostiziert wird, besteht kein erhöhtes Risiko unter strenger Einhaltung der glutenfreien Diät.


Wird die Wirkung von Impfungen durch Zöliakie beeinträchtigt?

Kinder mit Zöliakie sprechen schlechter auf eine Hepatitis-B-Impfung an – und weder eine glutenfreie Diät noch eine Boosterimpfung können die Impfantwort verbessern. Dies sind Forschungsergebnisse, die Dr. Maria José Pérez vom Henares Hospital im spanischen Coslada auf der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (ESPID) in Leipzig vorgestellt hat.

Der Impfschutz sollte daher nach einer Zöliakie-Diagnose überprüft werden!

Wenn der Patient nicht auf eine einzelne Booster-Impfung anspricht, wird empfohlen, die Impfung nach einem Jahr glutenfreier Diät zu wiederholen. Eine aktive Erkrankung beeinträchtigt die Impfantwort, das haben Studien bereits gezeigt.**


Ein paar Bissen Gluten oder ein wenig Mehl im Kuchen schaden nicht:

Doch! Zöliakie bedeutet lebenslang glutenfrei! Sobald wieder Gluten gegessen wird, beginnt der Dünndarm darauf zu reagieren. Ein Fehler unabsichtlich kann passieren und ist nicht so schlimm aber die stete Zufuhr von Gluten bei einer schlampigen Ernährung löst Entzündungen aus und erhöht wiederum das Risiko für andere Erkrankungen.

Auch wenn man direkt nach dem Glutenverzehr keine Symptome oder Unwohlsein verspürt, muss man seine Diät unbedingt einhalten!








Quellen: *Netdoktor.at **medscape.com

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