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Kann man Zöliakie verhindern?

Aktualisiert: 15. März 2019

Ich lese gerne und viel über Zöliakie und habe mich am Anfang, kurz nach der Diagnose, oft gefragt, warum die Krankheit bei Louisa ausgebrochen ist. Bin ich etwa selbst schuld, habe ich ihr zu früh Brot und Getreide gegeben oder war einfach zu viel Gluten in ihrem Speiseplan? Beim ersten Kind achtet man ja penibel genau darauf, dass es im ersten Lebensjahr keine Süssigkeiten (die Zähne!), keine Milch (Laktose!), keine Eier (Salmonellen!), keinen Fisch und Meeresfrüchte (zuviel Protein!), nichts Rohes, nicht Fettes, kein Salz und überhaupt nichts Ungesundes bekommt. Beim zweiten Kind wird man, also ich, etwas lockerer und beim dritten Kind ist es fast unvermeidbar, daß es nicht irgendwann die Schokolade, Kekse und sonstiges Naschzeug, der älteren Geschwister in die Finger bekommt. So war es auch bei Louisa mit dem Gluten. Nichts ahnend, daß es ihr schaden könnte, hat sie mit Einführung der Beikost (nach 6 Monaten ausschließlich Muttermilch) relativ bald mal ein paar Brösel vom Briochekipferl abbekommen. Hipp, Alete und Konsorten geizen auch nicht gerade mit Pastagerichten und Weizenmehl ist sogar in Suppen als Bindemittel daruntergemischt. Man kann Gluten also, wenn man sich nicht wirklich damit beschäftigt, im Kleinkindalter (und auch danach) nicht so einfach entkommen.


Mein schlechtes Gewissen beruhigt hat nun aber eine Studie, über die ich gestolpert bin.

Die sogenannte "Prevent CD Study" - CD steht für Celiac disease, Zöliakie.


Die Studie hat 950 Kinder mit genetischer Veranlagung zu Zöliakie aus 8 Ländern für 3 Jahre begleitet. Im Alter von 4-6 Monaten bekam die Hälfte der Kinder täglich 100mg Gluten, die andere Hälfte erhielt in der Zeit ein Placebo und erst nach dem vollendeten 6. Monat Gluten.

Aus der ersten Gruppe wurde bei 5.9% der Kinder mit 3 Jahren Zöliakie diagnostiziert, in der Placebogruppe waren es 4.5%. Statistisch kein aussagekräftiges Ergebnis, daß eine spätere Einführung von Gluten besser wäre. Auch gab es keinen Hinweis, daß Stillen den Ausbruch einer Zöliakie verhindern würde.


Aktuelle Richtlinien und Gastroenterologen empfehlen, ab dem Alter von 4-6 Monaten kleine Mengen an Gluten in die Ernährung einzuführen und das Kind zusätzlich zu stillen, da Stillen, auch wenn es bei der Prävention von Zöliakie keine bedeutende Rolle spielt, immer noch das Beste für ein Baby ist.


Fazit für alle Eltern von Zöli-Kindern: Ihr seid nicht schuld! Hat das Kind eine genetische Prädisposition für Zöliakie, könnte man die Krankheit durch glutenfreie Ernährung nur hinauszögern. Wie sinnvoll das ist, ist fraglich, da die Chancen, daß die Krankheit NICHT ausbricht, angeblich höher ist als das Risiko, daß sie ausbricht. Und ein gesundes Kind unnötiger Weise glutenfrei zu ernähren, hat keine Vorteile und würde das Kind nur unnötig beschränken.






Quelle: https://www.preventcd.com/en/startpagina


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